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Phuket - Sai Buri: Bekanntes und unbekanntes Thailand

Veröffentlicht am 09.02.2015

Endlich Ferien! Das klingt für einige vielleicht etwas zynisch, aber genau so fühlten wir. Endlich konnten wir das Velo für längere Zeit abstellen, um den langersehnten Badeurlaub anzutreten. Mit Freude blickten wir dem Austausch mit Freunden und der Erholung unserer einseitig beanspruchten Körper entgegen. Dieser Urlaub war von langer Hand geplant und folgedessen Topmotivator der letzten Monate unser Ziel Phuket zu erreichen.

Es fing perfekt an: Marcel und Nina begrüssten uns in ihrer nicht ganz kleinen Villa mit Pool abseits vom Trubel, wo wir unter anderem mit einem feinen Fondue verwöhnt wurden. Zusammen gingen wir nach Patong in den Ausgang, wo wir PJ trafen, den wir in Luang Prabang kennen lernten. Wir verbrachten drei Tage dort und sind sehr dankbar für ihre warmherzige Gastfreundschaft.

Das Fahrrad bei Marcel und Nina zurückgelassen, flogen wir tatsächlich nicht nach, sondern von Phuket in die Ferien. Unser erstes Ziel: Freunde einsammeln in Bangkok. Das Warehouse Hotel, nähe Kaosan Road, eignete sich ideal als Treffpunkt, wo Damian, Hanna, Mätt, Robin und Andre aus allen Teilen der Welt langsam eintrudelten bis wir vollständig waren. Es gab viel zu erzählen, daher war die Motivation auf Bangkok-Aktivitäten relativ klein. Immerhin schafften wir es noch zu einer Bootstour, einer Detektivübung, guten Massagen und einem ausgiebigen Weihnachtsmahl, wo wir unter anderem fast zwei Enten vertilgten ;-)

Voller Vorfreude ging es mit dem Bus nach Koh Tao, um dort das neue Jahr zu befeiern. Dort stiess auch Danielle, Damians Freundin, zur Gruppe. Die angestrebte Party, das Experience Festival, war eine friedliche Goaparty auf einem Hügel der kleinen Insel. Wir tanzten bis zum Sonnenaufgang, mit anschliessendem Erfrischungsbad im Meer. Koh Tao hat viele Strände, die sich mit einem Mietroller wunderbar erkunden lassen. Für die steilen Dreckpisten bedarf es allerdings ein wenig Fahrübung. Auch verfügt Koh Tao über eine vorgelagerte Inselgruppe, die bei Ebbe mit langen Sandbänken miteinander verbunden sind. So gingen wir neben dem Feiern auch ausgiebig baden, schnorcheln und tauchen. Die Schnorchler unter uns wurden mit mehr Fischen belohnt als die Taucher, die umständlich zwischen den mehrheitlich toten Riffs nach etwas lebendigem suchten. Zu gross ist der Tauchtourismus, zu gering die Wertschätzung für die Natur. Nichts desto Trotz hat es sich zumindest für Andre gelohnt, der sein Tauch-Brevet dort mit Bravour bestanden hat.

Nach den eher strengen Tagen auf Koh Tao ging es zur Erholung zur ruhigen Nachbarinsel Koh Samui, wo wir in einem verschlafenen Resort ausspannten und den weiteren Reiseverlauf nach Ao Nang / Krabi planten. Diese Gegend ist für die steilen Kalksteinfelsen und die weissen Strände berühmt. Der James Bond Film "Der Mann mit dem goldenen Colt" und "The Beach" mit Leonardo Di Caprio wurden in dieser Gegend gedreht. Ausserdem gibt es dort einen Felsen, zu welchem wir im Nachhinein ein doch etwas spezielleres Verhältnis haben.

 

 

Von Krabi aus verstreute sich unsere Reisegruppe wieder in die ganze Welt: Malaysia, Myanmar, Neuseeland, die Schweiz und zu Marcel nach Phuket. Es war ein schönes Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen werden.

Ferien

Nach weiteren zehn Tagen in Phuket (typischerweise verschoben wir unsere Abfahrt zehn mal um einen Tag), konnten wir uns endlich von Marcel und Nina und diesem schönen Ort losreissen. Schnell zeigte sich, wie sich unsere Muskeln während diesen Ferientagen abgebaut haben. Trotzdem war es schön wieder etwas körperliche Aktivität zu haben, obwohl wir das Velo fahren als solches ausdrücklich nicht vermissten.

Die erste Pause verbrachten wir südlich von Krabi am Pak Meng Beach, wo Tourismus für Thailänder betrieben wird. Dort war am ersten Abend absolut nichts los. Zufällig schlenderten wir an einer Bar vorbei, die aus 100 leeren Tischen und 5 Gästen bestand. Später wurde uns erzählt, dass am nächsten Abend ein grosses Raggaekonzert stattfindet. Job 2 Do, der berühmeteste Raggaekünstler Thailands tritt auf. Die Freiheit am Fahrrad fahren: bleiben und geniessen. Das Konzert war einfach super!

Wir wollten in Malaysia der Ostküste entlang fahren. Somit stand erneut eine Querung der malaiischen Halbinsel vor uns. An der Ostküste von Thailand angekommen, stellten wir fest, dass das Meer hier viel rauer ist und der Wind uns nicht hold war. Langsam bewegten wir uns Richtung Süden und stellten einmal mehr fest, dass Landesgrenzen nichts natürliches sind. Die Ethnien verändern sich meist fliessend. So wurde es langsam wieder muslimischer und die Gesichter der Menschen änderten sich. Wo auf diese Gegebenheit keine Rücksicht genommen wird, kommt es oft zu Spannungen zwischen der oft fernen Zentralregierung und den Minderheiten in der Region.

Auch in Südthailand ist nicht alles rosig, was wir irgendwie verpasst haben. So befanden wir uns plötzlich in einem Gebiet, von dem abgeraten wird zu bereisen. Das wurde uns aber erst nach drei Tagen in Sai Buri bewusst, als wir den 50. Polizei-Checkpoint nicht mehr einfach passieren konnten. Die vollmontierten Polizisten sorgten sich um unsere Sicherheit. So sollten wir das Hotel am Abend nicht mehr verlassen, der Gastgeber brachte uns Essen aufs Zimmer. Spätestens, als ein fliessend englisch sprechender Mann organisiert wurde mit uns zu sprechen (er war eigentlich bei der Arbeit), dämmerte es uns und wir schauten im Internet nach was los war. Etwas eingeschüchtert und vor allem beschämt über unsere Unwissenheit fuhren wir am nächsten Tag über hundert Kilometer direkt nach Malaysia. Wir müssen allerdings noch beifügen, dass die Menschen uns in dieser Region so wohlwollend und gelassen begegneten, dass wir einfach nicht den leisesten Schimmer von Angst oder Terror verspürten.

Momentan sind wir auf Perhentian Island in Malaysia, das letzte Land unserer Reise, bevor wir anfangs März in Singapur ankommen. Wir versuchen die letzten drei Wochen unserer Radreise nochmals richtig zu geniessen, obwohl wir uns sehr auf die Ankunft in Singapur freuen.

Goodbye Thailand